21.01.05
Römische „Genialität“ ...
Wiederholt habe ich über das neue Rauchverbot in Italien berichtet und dabei die Vermutung geäußert, man werde einfallsreiche Wege finden….. Die Römische Zeitung „Il Messaggiero“ berichtet heute über einen Fall in diesem Zusammenhang:
Ein Herr betritt einen renommierten Laden in bester Lage und interessiert sich für eine im Fenster ausgestellte teure Sache; er möchte wissen, ob der Artikel wie zu dieser Zeit weitgehend üblich im Preis herabgesetzt sei. Nein, das sei nicht der Fall, aber über den Preis könne man durchaus sprechen. Der Kunde zieht eine Packung Zigaretten aus der Tasche und steckt sich zum Entsetzen des Inhabers einen der Glimmstengel in den Mund. Um Gotteswillen, hier darf nicht geraucht werden, ich bekomme eine dicke Geldbuße, das kann ich nicht zulassen. Nein, nein, ich zünde sie ja nicht an, nur der altgewohnte Ritus, die Zigarette aus der Packung zu nehmen und sich in den Mund zu stecken sei ja schon das halbe Vergnügen, und das könne ja wohl niemand verbieten. Kurzum, der Ladeninhaber wird immer nervöser, er sieht andere Kundschaft vor dem Schaufenster und sich selbst schon als Opfer einer gewaltigen Geldstrafe oder gar Schließung des Ladens usw. In seiner Not bietet er den bewussten Artikel unter der Hälfte des Preises an, wird mit dem Fast-Raucher schnell handelseinig, und dieser verlässt mehr als zufrieden den Laden. Verlustgeschäft, aber tiefes Aufatmen – bis der Kunde, der die beiden durch das Schaufenster beobachtet hatte, in den Laden eintritt und sich mit den Worten „Wie schön, hier darf man noch rauchen“ eine Zigarette anzündet. Die Geschichte soll in Rom passiert sein, es könnte auch Neapel oder südlich gewesen sein. Nördlich wohl kaum, da ist man zwar nicht weniger intelligent, aber nicht in diesem Maße „furbo“, wie die Italiener sagen, in diesem Zusammenhang vielleicht am besten übersetzt mit „bauernschlau.“ Und sollte die Geschichte frei erfunden sein, ab morgen wird sie sicher da oder dort in die Tat umgesetzt… |
