CC-Villas
Notizen und Impressionen aus Italien
22.01.05

Medien heutzutage...
 (manche, sollte man der Fairness halber ergänzen)

Unter der Überschrift „Die spinnen, die Italiener“ berichtet eine deutsche Agentur über die Absicht der Stadtverwaltung von Latina (zwischen Rom und Neapel), vor dem dortigen Rathaus ein Mussolini- Denkmal anzubringen. Zweifellos sind das „Spinner“, wahrscheinlich sogar mehr als das, letztlich Vertreter gefährlicher politischer Tendenzen, denen es entschieden entgegenzutreten gilt. Die Gegend um Latina ist – bedauerlicherweise – seit Jahrzehnten für ihre extrem rechtsorientierte Haltung bekannt, ansonsten könnte die gewählte Stadtverwaltung ja wohl auch nicht in diese Richtung denken. Wer jemals auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Cassino/Caira zu Kranzniederlegungen am Volkstrauertag war, weiß um diese Konzentration alter und leider auch neuer faschistischer Prägung in der Bevölkerung der Umgebung. Bisweilen bedarf es deutlicher Worte, sich ihrer „Sympathie“ zu erwehren und ihnen unmissverständlich klarzumachen, was man von solchem Gedankengut hält, wie sehr man sich davon distanziert.
Dennoch: ich hätte eine Überschrift vorgezogen, die gesagt hätte „diese (!) Italiener spinnen“. Jede Verallgemeinerung wird Italien nicht nur nicht gerecht, sie ist nahe an einer unzulässigen Verunglimpfung eines Volkes, das zu Recht auf seine demokratische Grundhaltung stolz sein kann – trotz mancher „Ungereimtheiten“, die es natürlich auch hier zu beklagen gibt.
Dieses Augenmaß sollte man einfach beherzigen, auch wenn „fetzige“ Überschriften Mode geworden sind und sich eben gut verkaufen. Auch wir haben es nicht gerne, wenn bedauerliche und zum Teil erschreckende Tendenzen unserer deutschen extremen Szene uns allen zugerechnet werden. Nicht dass italienische Medien bei Ereignissen im Ausland hierauf großmütig verzichten würden, dies ist dann aber eben Journalismus derselben „schnellen“ und damit nicht immer der Sache gerecht werdenden Sorte.
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