CC-Villas
Notizen und Impressionen aus Italien
02.09.05

Der neue Hund oder: Vorbereitung ist das halbe Leben...

Eine Hündin aus der Umgebung liefert immer wieder ihre neuen Welpen in unserem italienischen Golfclub ab. Sie verteilt sie clever einen nach dem anderen im Gelände, verschwindet mit dem Rest der Welpen, legt den nächsten an einem anderen Grün ab und kehrt am Ende unbeschwert nach Hause zurück. Es wird, wie man sich denken kann, immer schwieriger, ein Herrchen/ Frauchen für die Kleinen zu finden, auch der tierliebste Club ist irgendwann am Ende.
Vom letzten Wurf - immerhin 6 Welpen – waren dieser Tage noch drei übrig, gut in einem inzwischen angelegten Freigehege untergebracht. Die anderen hatten bereits ein Heim gefunden.
Heute nun hatte sich eine Golfer- Familie entschieden, einen der Kleinen mitzunehmen. Zu viert plus drei Bekannte standen sie um den Zwinger, begutachteten die Kandidaten, diskutierten Vor- und Nachteile Rüde oder Hündin. Dann war die Entscheidung gefallen: die kleine Braune sollte es sein.
Jetzt allerdings fing es an schwierig zu werden. Trotz größter Bemühungen gelang es den 7 Erwachsenen nicht, den Hund aus dem Zwinger über den niedrigen Zaun zu heben. Durch die anhaltenden Fehlversuche wurden die Kleinen natürlich unruhig und entzogen sich dem Zugriff. Nachdem zwei der bemühten Hundefänger fast über den Zaun ins Gehege gefallen waren, entschloss sich einer mutig, einfach über den Zaun zu steigen. Die vorher neugierigen Tierchen verkrochen sich ob dieser „Bedrohung“, es setzte eine regelrechte Verfolgungsjagd ein. Schließlich hatte man die kleine Braune, hob sie über den Zaun und eine der Damen nahm sie liebevoll auf den Arm. Ergebnis: die Gute wurde erst einmal kräftig nass, ließ den Welpen vor Schreck los, die Jagd begann von neuem. Natürlich hatte die kleine Braune gegen 7 Erwachsene auf Dauer keine Chance. Nun suchte man das extra mitgebrachte Halsband, das dank guter Vorbereitung natürlich im Auto vergessen worden war. Der Hund, nunmehr „leer“, verhielt sich abwartend. Das Halsband wurde gebracht und angelegt, wogegen der Hund sich verständlicherweise erst einmal wehrte. Er hatte auch gute Chancen, denn das Halsband war auf einen ausgewachsenen Rottweiler und nicht auf einen kleinen Mischling ausgelegt. Ein zwischenzeitlicher Versuch, den Welpen in einer großen Einkaufstasche unterzubringen, scheiterte kläglich. Also, den Hund wieder auf den Arm, inzwischen konnte dieser wieder „liefern“, eine weitere Dame musste mit Fassung tragen, was nunmehr ihr passiert war. Danach fuhr man glücklich ab, der Hund dürfte inzwischen das schönste Körbchen Italiens haben und sich sicher zunehmend wohl fühlen. Das Auto indes dürfte eine größere Innenreinigung brauchen.
Dennoch: eine gute Tat, hoffentlich finden die restlichen beiden auch noch Anschluss, die heute Tätigen werden dann beim Einfangen und für den Transport sicher gute Ratschläge und die Adresse einer guten chemischen Reinigung parat haben...
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