CC-Villas
Notizen und Impressionen aus Italien
29.08.07

Fliegende Händler und andere – Italien greift durch........

Wie manch andere europäischen Länder, wenn auch deutlich intensiver, ist Italien geplagt durch ambulante „Scheibenputzer“ an Straßenkreuzungen, Verkäufer meist minderwertiger Gebrauchsartikel auf den Straßen und Plätzen, ambulanten Händlern an den Stränden, Verkäufer nachgeahmter Markenware überall. Es gibt regelrechte Banden- und Clan-Kämpfe um die besten Plätze in den Städten.
Aus zwei Gründen beginnen nunmehr in diesen Tagen die ersten italienischen Städte - in vorderster Front Florenz, Bologna und Viareggio, andere werden schnell folgen -, gegen diese Landplage vorzugehen.
Zum einen will man dem Handel mit Plagiaten ein Ende setzen, bei dessen Ankauf auch der Käufer (!) sich strafbar machen kann. Darüber hinaus sind in letzter Zeit zu viele Fälle bekannt geworden, wo die „Scheibenwischer“ und Verkäufer von etwa Papiertaschentüchern zu einer immer aggressiveren Art des Anbietens ihrer Leistungen übergegangen sind. Insbesondere Frauen, ältere Menschen und Ausländer sahen sich bisweilen in unangenehmen Situationen, wenn sie diese Dienste ablehnten. Trotz klarer Ablehnung werden die Scheiben dennoch (schlecht) geputzt und ein Obulus mehr oder weniger aufdringlich gefordert. So gesehen wäre es wahrlich ein Segen, würden die Behörden diesem Spuk tatsächlich ein Ende setzen. Man beginnt mit Geldbußen, weitere Strafen dürften folgen.
Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die überwiegende Zahl dieser ambulanten Händler wirklich arme Schlucker sind, oft in den Klauen krimineller Banden und von diesen übelst ausgebeutet. An diese Organisationen muss man mittelfristig herankommen, ansonsten bekämpft man das Symptom und nicht die Krankheit. Es kann als sicher angenommen werden, dass auch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als Argumente in die aufflammende Diskussion einfließen werden, sind doch die weit überwiegende Zahl der ambulanten Händler, Wischer und „Vu comprà“ (....willste was kaufen..) Ausländer oder Sinti, Roma usw. Man muss sich fragen, was aus diesen Menschen wird, wenn sie keinerlei Arbeit mehr haben. Das Verbot alleine reicht also nicht, die Kommunen müssen weiterdenken.
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